Ein tabellarischer Lebenslauf
Inhalt:
Umfang
Der Lebenslauf sollte maximal zwei DIN-A4-Seiten umfassen. Natürlich nur einseitig beschrieben. Bei Schulabgängern fällt der Lebenslauf naturgemäß kürzer aus, als bei berufserfahrenen Bewerbern, die schon verschiedene Positionen und Weiterqualifizierungen vorweisen können. So passt der Werdegang junger Bewerber meist noch auf eine Seite DIN A4.
Aufbau
Als Überschrift ist „Lebenslauf“ am gebräuchlichsten. Wenn du es ausgefallener magst, kannst du auch „Vita“ oder „Beruflicher Werdegang“ schreiben. Letztere Formen bieten sich aber nur für erfahrene Bewerber und Bewerbungen auf Führungspositionen an. Die Überschrift sollte entweder durch Fettschrift oder eine größere Schriftgröße oder gar andere Schriftart hervorgehoben sein.
Nach der Überschrift folgt zunächst ein kurzer Absatz mit deinen persönlichen Daten. Dieser ist ein oder zweispaltig aufgebaut. Links steht zum Beispiel „Geburtsdatum & -ort“. Rechts daneben folgt dann die Angabe „10. Mai 1990 in Musterstadt“.
Anschließend beginnt der tabellenartige Aufbau des Lebenslaufes – meist in den drei Spalten Zeitraum, berufliche Station und Ort. Dabei bietet es sich an, in dem verwendeten Textbearbeitungsprogramm wirklich eine Tabelle mit drei Spalten einzufügen und nicht mit Einrückungen mit der Tabulator-Taste zu arbeiten. In Word wählst du dafür bspw. Tabelle > Einfügen > Tabelle… und legst die Spalten und Zeilenzahl fest. Diese Tabelle kannst du als Grundgerüst für den gesamten Lebenslauf verwenden. Damit stellst du sicher, dass alle Spaltenanfänge exakt übereinander stehen. Ebenso kannst du so sehr einfach zwischen einer rechts oder linksbündigen Formatierung wechseln. Es bietet sich an, die dritte, ganz rechte Spalte „Ort“, rechtsbündig zu setzen. Das wirkt ordentlicher. Der rechte Rand ist nicht so „ausgefranst“.
Zum Schluss unterschreibst du deinen Lebenslauf linksbündig mit der Angabe von Ort und Datum.
Nicht fehlen dürfen deine Anschrift sowie Kontaktinformationen, wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Diese kannst du entweder deinen persönlichen Daten zu Beginn des Lebenslaufs hinzufügen oder in die Kopf- oder Fußzeile einfügen. Letzteres ist platzsparender und wirkt professioneller.
Gliederung
Zeitlich
Der Vorteil einer ausschließlich zeitlichen Gliederung ist die sehr einfache Nachvollziehbarkeit des Werdegangs wie auf einer Zeitleiste. Werden es zu viele Stationen, kann diese Gliederung aber zu langem Suchen führen. Will der Leser beispielsweise alle deine erworbenen Abschlüsse herauslesen, die sich allerdings auf mehrere Jahre verteilen und vielleicht immer wieder durch andere Punkte unterbrochen werden, kann er leicht durcheinander kommen und etwas übersehen.
Eine ausschließlich zeitliche Gliederung bietet sich somit für kurze Lebensläufe an, die nur sehr wenige Stationen enthalten – also für Schüler und Berufseinsteiger.
Thematisch-zeitlich
Bei komplexeren Lebensläufen bietet sich eine Untergliederung in thematisch zusammenhängende Blöcke an. Der Leser kann dann sofort bspw. in den Themenblock „Berufserfahrung“ hineinspringen und sich einen schnellen Überblick über deine bisherigen Stationen verschaffen.
Wichtige Überbegriffe für die Themenblöcke sind dann beispielsweise Schulbildung, Berufsausbildung, Studium, Berufserfahrung, Weiterbildung, Führungserfahrung und Auslandserfahrung. Deine einzelnen Stationen und Erfahrungen ordnest du dem passenden Themenblock hinzu.
Eine wichtige Entscheidung ist hierbei, ob der Lebenslauf chronologisch oder umgekehrt chronologisch, also rückwärts geordnet werden soll. Wichtig für die Nachvollziehbarkeit ist dabei, die einmal gewählte Reihenfolge sowohl für die einzelnen Themenblöcke als auch für die jeweiligen Unterpunkte eines Themas einheitlich durchzuhalten.
Chronologisch oder rückwärts auflisten?
Die Rückwärtsauflistung hat den Sinn, dass der Werdegang mit der aktuellen Position des Bewerbers beginnt. Diese ist für die angestrebte Stelle mit am wichtigsten. Stationen, welche schon länger zurückliegen, folgen dann weiter unten in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.
Ein Exemplarisches Beispiel: Bei einem Bewerber mit 10 Jahren Berufserfahrung interessiert kaum mehr, wo er wann welche Schule besucht hat. Eine chronologische Gliederung beginnend mit dem Themenblock „Schulbildung“ wäre für diesen Bewerber unvorteilhaft. Er sollte besser eine umgekehrte Reihenfolge wählen.
Meine Empfehlung zur Gliederung
-
Kurze Lebensläufe (Schulabgänger): zeitlich oder zeitlich-thematisch in chronologischer Reihenfolge gliedern.
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Komplexe Lebensläufe (Berufserfahrene): zeitlich-thematisch in umgekehrt chronologischer Reihenfolge gliedern.
Inhalt
Was gehört hinein?
Persönliche Angaben
Damit beginnt jeder Lebenslauf. Sie folgen gleich nach der Überschrift. Dazu gehören:
- Name
- Geburtsdatum und –ort
- Familienstand (nur „ledig“ oder „verheiratet“, wenn geschieden, dann „ledig“)
- Kinder ggf. aufzählen > 1 Tochter (10 Jahre), 1 Sohn (8 Jahre)
- Nationalität (nur wenn man sich im Ausland bewirbt)
- Anschrift und Kontaktdaten schreibt man idealerweise in die Kopf- oder Fußzeile der Seite(n)
Schulbildung
Hier ist die zuletzt besuchte Schule mit der Angabe des Zeitraums und Ortes ausreichend, sowie der höchste erzielte Schulabschluss. Gegebenenfalls kannst du deine Abschlussnote nennen.
Berufsausbildung
Welche Berufsausbildung hast du wo absolviert? Welchen Abschluss hast du erhalten? Gegebenenfalls kannst du deine Abschlussnote nennen. Hast du diese Ausbildung gerade erst beendet und bewirbst dich nun um eine Festanstellung, ist es sinnvoll, wichtige Ausbildungsinhalte oder Tätigkeiten während der Berufsausbildung stichpunktartig aufzuzählen.
Studium
Hast du ein Studium absolviert, nenne den Studiengang, die Hochschule, Schwerpunkt- / Vertiefungsfächer, Praxissemester / Out-of-College, sonstige Aktivitäten oder Engagements während der Studienzeit (wie FSR-, AStA- oder StuPa-Mitgliedschaft), Thema / Titel deiner Abschlussarbeit und Abschlussnote sowie den erreichten akademischen Titel.
Berufserfahrung
Von wann bis wann warst du in welchem Unternehmen, in welcher Position beschäftigt. Zähle ggf. die hauptsächlich verrichteten Tätigkeiten / Aufgabenfelder, sowie ggf. dir anvertraute Kompetenzen und Führungsverantwortung stichpunktartig auf. Das solltest du insbesondere bei deiner aktuellen / letzten Tätigkeit tun. So kann sich der Leser ein besseres Bild darüber machen.
Weiterbildungen
Wie hast du dich während deiner bisherigen Karriere weitergebildet? Zähle für die angestrebte Stelle relevante Fortbildungen wie Seminare, Kurse oder Workshops auf. Bei Bedarf kannst du zwischen beruflichen und außerberuflichen Weiterbildungen unterscheiden. Für jede genannte Weiterbildung fügst du in den Anlagen deiner Bewerbung einen Nachweis (Urkunde, Teilnahmebescheinigung, etc.) bei. Beschränke dich dabei aber auf die wichtigsten und aktuellsten Weiterbildungen. Solche, die 10 Jahre zurückliegen und an deren Inhalt du dich nicht mehr erinnern kannst, erwähnst du lieber nicht mehr.
Auslandserfahrung
Von wann bis wann warst du in welchem Land? Was hast du dort gemacht? Bei welchem Unternehmen, welcher Organisation warst du? Welche Schule hast du ggf. besucht? Diese Angaben sind prinzipiell gleich aufgebaut, wie die aus den Themenblöcken Berufsausbildung, Studium oder Berufserfahrung.
Fremdsprachenkenntnisse
Welche Sprachen beherrscht du wie gut? Sie hier lieber ehrlich und im Zweifelsfall zurückhaltender. Vielleicht testet dich dein Gesprächspartner ja spontan im Bewerbungsgespräch?
EDV-Kenntnisse
Welche PC-Anwendungen beherrscht du (wie gut)? Kannst du sicher damit umgehen, nenne nur das Programm, z.B. „MS Office“. Hast du nur Grundkenntnisse darin, schreibe dies dahinter, z.B. „SAP (Grundkenntnisse)“.
Besondere Kenntnisse
Hast du außergewöhnliche Kenntnisse, die sonst kaum jemand hat und die für die angestrebte Stelle vielleicht relevant sein können? Hast du einen Führerschein, zählst du hier die Klassen auf, die du fahren darfst.
Was gehört nicht hinein?
Angaben, die für eine Job-Entscheidung nicht relevant sind oder es nicht sein dürfen, gehören nicht in deinen Lebenslauf. Solltest du im persönlichen Gespräch trotzdem einmal danach gefragt werden, darfst du Fragen danach entweder überhören, ignorieren oder nicht wahrheitsgemäß beantworten.
Dazu gehören Angaben wie:
- Private Vorlieben, politische Einstellungen, Religion, Staatsangehörigkeit, sexuelle Neigung
- Deine Wohnsituation, deine Vermögensverhältnisse oder allzu exakte Angaben zu deiner Freizeitgestaltung
- Angaben zu deinen Eltern: Name, Alter, Beruf, Familienstand (z.B. „alleinerziehend“), Vermögensverhältnisse
- Mögliche unschöne Dinge aus deiner Vergangenheit:
- Alkohol- oder Drogenabhängigkeit
- Entziehungskur
- Schwere Unfälle und Krankheiten, aktueller Gesundheitszustand
- Berufliche Fehlschläge, Konkurs eines früheren Unternehmens
- Vergehen, Strafen, Gefängnisaufenthalt
- Soziales Abgleiten auf die schiefe Bahn
Wohin mit dem Bewerbungsfoto?
Du kannst dein Foto oben rechts auf die erste Seite deines Lebenslaufs kleben. Das ist die althergebrachte Methode. Ich empfehle dir aber, ein extra Deckblatt für deine Bewerbung anzulegen. Hier hat dein Foto viel mehr Platz zum Wirken und kommt so besser zur Geltung. Da der Lebenslauf meist eh schon mit vielen Angaben vollgequetscht ist, fällt es manchmal schwer, auch noch den notwendigen Platz für das Foto zu finden. Ein schön gestaltetes Bewerbungsdeckblatt mit deinem Foto darauf, ist die elegantere und modernere Variante.
Hier mein Artikel zur Gestaltung eines Bewerbungsdeckblatts.
Muster-Vordrucke
Hier kannst du dir verschiedene Lebenslauf-Mustervorlagen kostenlos herunterladen.